Primus Line® überzeugt mit Unterdruckstabilität

Je nach Ausführung geben Aramidfäden bzw. eine Kombination aus Aramid- und Polyesterfäden dem Primus Liner seine Tragstruktur. An Innen- und Außenseite ist diese von einer vergleichsweise weichen und hochdehnfähigen Schicht aus Polyethylen oder Polyurethan umgeben.

Daraus ergibt sich eine planmäßig hohe Verformbarkeit, die Primus Line® grundsätzlich von anderen Linern zur Sanierung von Druckrohrleitungen unterscheidet: Während andere Lösungen eine vergleichbare Zugfestigkeit in Umfangrichtung zur Aufnahme des Innendrucks nur durch ihre Ringsteifigkeit erreichen, nimmt der Primus Liner diesen vollständig über seine flexible Aramid-Tragstruktur auf. Seine stabile kreisrunde Form nimmt er erst im Betriebszustand durch den Innendruck an. Zwischen dem Liner und der Rohrinnenseite verbleibt dabei ein Ringraum. Fehlt der Innendruck, verliert er bereits unter seinem Eigengewicht diese Form wieder.

Primus Liner vor Aufnahme in die DIN EN 11295

Das System Primus Line® wird im Rahmen der aktuellen Überarbeitung der Norm DIN EN 11295:2010 unter der Bezeichnung „Lining mit eingezogenen Schläuchen“ als Renovierungsverfahren in das Regelwerk aufgenommen. In einer gutachterlichen Stellungnahme untersuchte der Sachverständige Dr.-Ing. Ricky Selle von der Selle Consult GmbH aus Leipzig, wie die fehlende Ringsteifigkeit des Primus Liners im Hinblick auf die Erfüllung der normativen Vorgaben zu bewerten ist.

Ein zentrales Kriterium ist die Standfestigkeit von neuen und sanierten Leitungen bei Unterdruck. Nach DIN EN 805 müssen Wasserrohrleitungen vorübergehend einen Unterdruck von bis zu 80 kPa aushalten können, um immer wieder auftretenden Druckstößen standzuhalten und als standsicher zu gelten. Ausschlaggebend für die Standsicherheit von Bauprodukten ist nach DIN EN 1990 nicht der dauerhafte Erhalt der Form, sondern die dauerhafte Erfüllung der Entwurfsanforderungen. Der Primus Liner verliert zwar bei Unterdruck vorübergehend seine feste kreisrunde Form, nimmt diese bedingt durch sein Design aber bei Rückkehr des Betriebsdrucks sofort wieder an.

Versuch bestätigt Standsicherheit nach DIN EN 805

Wie sich die Belastungen durch wiederholten zeitweiligen Unterdruck auf die Zugfestigkeit in Umfangrichtung des Primus Liners auswirken, klärte eine versuchstechnische Untersuchung des Berstdruckverhaltens. Die Bauteilversuche verglichen dabei den Mittelwert des Berstdrucks von fünf Prüfmustern ohne Vorbelastung mit dem Mittelwert des Berstdrucks von fünf Prüfmustern, die vorher sechs Mal für eine Dauer von jeweils zehn Minuten mit einem Unterdruck von 80 kPa beansprucht wurden. Zum Einsatz kamen dabei Primus Line® DN 200 mit je einer Länge von 2 m.

Bei den vorbelasteten Linern ergab sich eine Abminderung der Zugfestigkeit von rund 0,2 Prozent – ein Wert der innerhalb der Standardabweichung der Ergebnisse liegt. Ein zeitweiser Unterdruck führt also zu keiner Verminderung der mechanischen Eigenschaften des Primus Liners. Er erfüllt damit die Anforderungen der DIN EN 805 an die Standsicherheit  von Wasserleitungen bei zeitweiligem Unterdruck.

Installationsgrundsätze bei Außendruck

In undichten Altleitungen kann eintretendes Grund- bzw. Schichtenwasser von außen Druck auf den Liner erzeugen. Um in diesen Fällen Auswirkungen auf die kreisrunde Form entgegenzuwirken, arbeitet Primus Line mit zwei Installationsgrundsätzen. Zum einen ist das System in der Regel mit einem Betriebsdruck ausgelegt, der den möglichen Außendruck übersteigt. Zum anderen ermöglichen Entlastungsventile oder durchlässig ausgeführte Flanschanschlüsse im Bereich von Verbinder und Bestandsrohr das einfache Ausströmen des überschüssigen Wassers aus dem Ringraum. Rohrüberwachungssysteme für das renovierte Rohr helfen den Betreibern zudem dabei, eine eventuelle Druckerhöhung im Ringraum festzustellen.


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