Sanierung einer Hauptversorgungsleitung in Freiberg

Im Spätsommer 2016 kam die Primus Line® Technologie bei der Sanierung einer in die Jahre gekommenen Hauptversorgungsleitung im Trinkwassernetz der Stadt Freiberg im Freistaat Sachsen zum Einsatz. Der Wasserzweckverband Freiberg (WZF) stand vor der Herausforderung eine in den 1950er Jahren verlegte Eternit- bzw. Asbestzementleitung zur Sicherstellung der Trinkwasserversorgung nach jahrzehntelangem Betrieb instand zu setzen. Die ca. 2,6 km lange Leitungstrasse verläuft innerstädtisch durch ein dicht bebautes Wohngebiet mit Kleingartenanlage, Parkplätzen und Anliegerstraßen sowie Schulen und Kindergärten. Die Trasse wurde im Laufe der Zeit punktuell überbaut bzw. nah bebaut, d. h. Schutzstreifen waren verloren gegangen. Aufgrund des altersbedingten Zustandes der Hauptversorgungsleitung häuften sich Rohrbrüche und Undichtigkeiten im Bereich der Muffenverbindungen mit hohen Folgeschäden.

Die Wahl einer geeigneten Instandsetzungsstrategie stellte die Verantwortlichen von Bauherrn und Planungsbüro aufgrund der teils äußerst beengten Platzverhältnisse vor eine besondere Herausforderung. Die Erschließung einer neuen Trasse in offener Bauweise war aus wirtschaftlichen und zeitlichen Gründen schwer realisierbar. Insofern fiel die Entscheidung für ein grabenloses Sanierungssystem. Dieses sollte, gemäß den Anforderungen des Bauherrn, in der Lage sein Bögen von bis zu 30 Grad zu durchfahren. Darüber hinaus sollte das benötigte Baufeld minimalsten Platz auf der Baustelle in Anspruch nehmen. Die Wahl fiel auf das System Primus Line® als technisch wirtschaftliches Optimum. Nicht zuletzt auch, weil die Rehabilitation mittels Primus Line® gegenüber alternativen Systemen oder gar gegenüber eines Neubaus in offener Bauweise einen engen Zeitplan für die Sanierung zuließ.

Die Sanierung der Hauptversorgungsleitung führte das Montageteam der Rädlinger primus line GmbH als Nachauftragnehmer für das Inlinerverfahren in zehn Abschnitten durch. Diese ergaben sich aus der Lage der im Zuge der Maßnahme zu erneuernden Abzweige und Schieberkreuze. Die hierzu durch den Auftragnehmer erstellten Baugruben konnten gleichzeitig für den Einzug des Inliners genutzt werden. Durch die optimierte Nutzung konnten zusätzliche Baugruben und damit zusätzliche Eingriffe an der Eternit- bzw. Asbestzementleitung vermieden werden. Ein zusätzlicher Nutzen wurde durch den gleichzeitigen Einbau eines Ortungsbandes erreicht. Dieses wurde mit dem Inliner in die jeweiligen Trassenabschnitte eingezogen. Hierdurch konnte der genaue Trassenverlauf geortet und eingemessen werden, was bei AZ-Leitungen mit den in der Praxis üblicherweise verwendeten Ortungsmethoden sonst nicht möglich ist.

Aufgrund der speziellen Falttechnik von Primus Line und der Wicklung auf kompakte Transporttrommeln, die individuell positioniert werden können, stellten die äußerst beengten Platzverhältnisse im Wohngebiet kein Problem dar. Zusätzlich wurde bei der Installation des Liners eine selbstfahrende Seilwinde mit Raupenfahrwerk eingesetzt. Auf Basis des geringen und flexiblen Maschineneinsatzes konnten Verkehrsbehinderungen auf ein Minimum beschränkt werden.

Der in Freiberg eingebaute Inliner Primus Line DN 350 / 300 / 250 für den Einsatz in der Trinkwasserversorgung mit 1-lagigem Kevlar®-Gewebe (Mitteldruck) ist für Betriebsdrücke von bis zu 21 bar einsetzbar.

Durch enge kooperative Zusammenarbeit zwischen Bauherr, Ingenieurbüro, Tief- und Rohrleitungsbauunternehmen sowie Rädlinger primus line GmbH konnte das Gesamtprojekt in kurzer Bauzeit und mit wirtschaftlich vertretbaren Kosten realisiert werden. Die Bauzeit zur vollständigen Sanierung der Trinkwasserleitung mittels Primus Line® betrug 45 Tage. Der vorab berechnete Kostenrahmen wurde eingehalten.


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